Stadt Land Zukunft: Digitalisierung als Schlüssel regionaler Entwicklung

Die Digitalisierung hat den Alltag der meisten Menschen tiefgreifend verändert, meist zum Guten. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht, relativ gesehen stehen wir sogar noch am Anfang. Ein Bereich, der bisher eher selten im Verdacht stand, dem Silicon Valley in Sachen Innovationsgeist Konkurrenz zu machen, ist der öffentliche Sektor. „Das ist doch da, wo noch die Röhren-Bildschirme  auf den Schreibtischen stehen“, könnte man meinen. Doch falsch gedacht. Mittlerweile sind es gerade die Rathäuser, Ämter und kommunalen Unternehmen, die mit innovativen digitalen Projekten von sich hören machen, die die Leben der Menschen nachhaltig verbessern. Das folgt auch einer simplen Einsicht: Um langfristig international mithalten zu können, muss Deutschland zur Smart Nation werden. Und was macht ein Land smart? Smart Cities und Smart Regions. Und gerade hier liegen riesige Potentiale, denn die Entscheider der Kommunen und Regionen sind im Zweifelsfall näher dran an der Lebensrealität ihrer Bürger, als irgendwelche fernen Bundesministerien. Unsere neue Artikelserie „Stadt Land Zukunft“ widmet sich diesen digitalen Entwicklungspotentialen für Kommunen und Regionen. In einem ersten Blogeintrag geht es recht allgemein um die Digitalisierung als Treiber regionaler Entwicklung. In den beiden nächsten Beiträgen wird es konkreter, indem wir uns zuerst mit dem Phänomen Open Innovation Plattform und später mit dem zukunftsträchtigen Konzept des Senior Cohousing in Form der plusWGs auseinandersetzen. Wir hoffen damit einen Beitrag zur Debatte und zum allgemeinen Fortschritt leisten zu können.

Digitalisierung als Schlüssel regionaler Entwicklung

Was macht Regionen lebenswert? Und wie können regionale Akteure die Lebensqualität ihrer Bewohner steigern? Die Antworten auf solche Fragen sind vielfältig. Von Wirtschaftskraft über Infrastruktur, Mobilität, Umwelt, Bildung bis hin zur guten alten Bürgerbeteiligung. Ein Element, welches eine Schlüsselrolle in all diesen Bereichen innehat, ist die Digitalisierung. Sie eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten der Partizipation, mit ihr können Verwaltungsprozesse effizienter gemacht, und Alltagsprobleme intelligent gelöst werden. Und die Bürger erwarten mittlerweile auch ein bestimmtes Maß an Smartness. Wer will zum Beispiel noch mühsam an der Parkuhr das passende Kleingeld zusammensuchen? Kommunale Player wie die Stadtwerke Langenfeld setzen dem intelligente Apps entgegen, mit denen man sogar noch beim Einkauf in den lokalen Geschäften in Parkzeit einzulösende Bonuspunkte sammeln kann. Hier gewinnen alle: Bürger, Wirtschaft und städtische Angestellte. Auch Verwaltungsprozesse profitieren immens von einer leistungsstarken IT. Hier werden besonders Dinge wie KI und Deep Learning große Effizienzsteigerungen bringen, und somit Raum für andere Aufgaben schaffen.
Überhaupt scheint gerade ein großes Umdenken stattzufinden. Arbeitsmodelle und Herangehensweisen der digitalen Wirtschaft (Agilität, Nutzerorientierung, Service-Denken, Coworking, um nur einige zu nennen) werden nun auch vermehrt im öffentlichen Sektor angewandt. Das ist nicht nur vorbildlich, sondern auch notwendig. Denn gerade ländliche Regionen müssen sich angesichts von Großtrends wie der Urbanisierung behaupten, das heißt vor allem: attraktiver werden. Die zunehmende Vernetzung ermöglicht ländlichen Räumen eine nie da gewesene Wettbewerbsfähigkeit in einem zunehmend globalisierten Welt. Bei neuen Infrastrukturprojekten können dank intelligenten Open Innovation Plattformen viel mehr Akteure als bisher wertvollen Input und Wissen einbringen. Neue Mobilitätskonzepte können mit Hilfe digitaler Technologien Komfort und Umweltfreundlichkeit verbinden. Die Gesundheitsversorgung der Landbevölkerung kann durch telemedizinische Angebote auch in spärlich bevölkerten Regionen verbessert werden. Gerade in solchen Landstrichen gibt es viele Möglichkeiten, das Leben älterer Bewohner zu verbessern, und für jüngere Bewohner attraktiver zu machen. Doch dafür muss auch eine leistungsstarke digitale Infrastruktur geschaffen werden. Vor allem jedoch muss ein Bewusstsein dafür entstehen, dass die Digitalisierung keine Bedrohung darstellt, sondern ein Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit von Städten und Regionen ist. Bei Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Text by Jonathan Baller

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